Freiwillige Feuerwehr – Einsatz im Spannungsfeld der Interessen
von Arbeitgebern und Gesellschaft Von Leitungs- und Verantwortungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung wird gemeinhin gesellschaftliche und soziale Verantwortung gefordert.
Tatsächlich können jedoch die Interessen von Arbeitgebern mit denen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die ehrenamtlichen Dienst bei den freiwilligen Feuerwehren leisten, kollidieren.
Dann nämlich, wenn diese während der Arbeitszeit Lehrgänge besuchen oder die Feuerwehrangehörigen den Schreibtisch, die Werkbank oder die Baustelle verlassen müssen, weil sie zu einem Feuerwehreinsatz gerufen werden.
Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können nicht ohne weiteres den plötzlichen Ausfall eines Mitarbeiters kompensieren. Auf der anderen Seite steht aber die Verpflichtung der Gesellschaft, in Notlagen schnell zu helfen – gerade in Brand- und Katastrophenfällen.
Dies kann uns nur gelingen, wenn alle ihren Teil dazu beitragen
– die Ehrenamtlichen, die Kommunen und die Arbeitgeber.
Deshalb ist es wichtig, dass auch Sie als Unternehmen sich aktiv an der Erhaltung der freiwilligen Feuerwehren beteiligen.
Freiwillige Feuerwehr – Nutzen für Alle
Unbestritten ist, dass die Mitarbeit in einer freiwilligen Feuerwehr nicht zuletzt aufgrund der intensiven Ausbildung auch zu einem Kompetenzgewinn führt und damit
auch Vorteile für die jeweiligen Arbeitgeber bietet:
• Betriebe können ihren Verpflichtungen zur Bestellung von Ersthelfern, Sicherheitsbeauftragten und ggf. Sicherheitsfachkräften nach den einschlägigen Vorschriften
(ArbschG, SGB VII, BGV) besser nachkommen, indem sie Freiwillige der Feuerwehren dafür berücksichtigen (Ersparnis an Ausbildungszeiten).
• Die Feuerwehrangehörigen im Betrieb sind im Schadensfall schon vor Ort und können erste Maßnahmen bis zum Eintreffen der Feuerwehr ergreifen und so erfahrungsgemäß das Schadensausmaß vermindern, vielleicht sogar Leben retten.
• Sicherheitsprobleme bzw. Brandschutzprobleme können – je nach Ausbildung der Feuerwehrangehörigen – rechtzeitig entdeckt, gemeldet und beseitigt werden, so dass gerade auch der vorbeugende betriebliche Brandschutz profitiert.
• Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr wie auch der Jugendfeuerwehr bringen zusätzliche Qualifikationen mit, die für das Unternehmen gewinnbringend sind, denn sie sind
– zum Teil als Führungskraft ausgebildet,
– haben hohes technisches Verständnis sowie
– eine ausgeprägte Teamfähigkeit
– als Auszubildende sehr gefragt.
• Die Beschäftigung von Feuerwehrangehörigen kann für das Unternehmen ein PR- und Imagefaktor sein oder als solcher genutzt werden, auf Landes- wie auf kommunaler Ebene.
Freiwillige Feuerwehr – unverzichtbar für das Gemeinwesen
• Rund 71.000 und damit mehr als 97 % aller Feuerwehrangehörigen in Hessen sind ehrenamtlich tätig.
• Nur in 6 großen Städten gibt es in Hessen Berufsfeuerwehren.
• Ein starker, schneller und flächendeckender Brandschutz ist nur durch freiwillige Feuerwehren vor Ort sicherzustellen.
• Wenn die Zahl der Feuerwehrangehörigen zu gering ist, können Einwohner vom 18. bis 50. Lebensjahr zum ehrenamtlichen Dienst in der Gemeindefeuerwehr herangezogen werden. Darüber hinaus können über 18 Jahre alte Personen zu Hilfeleistungen zur Abwehr von Gefahren und Schäden herangezogen werden. Es liegt im Interesse der Unternehmen, dies zu vermeiden und das Prinzip der freiwilligen Mitwirkung in der Feuerwehr zu erhalten; die Einführung von Pflichtfeuerwehren würde die Betriebe stärker beeinträchtigen.












